22 METER – Neuer Guinness Weltrekord!

Hamburg-Norderstedt, 7 Uhr früh. Es ist kalt und regnet in Strömen. Dank dem dichten Nebel kann man keine 10 Meter weit sehen. Am Ufer des arriba 2.0 Strandbads steht unser schwarzer Teambus in dem Christian aka „Elvis“ und Patrik vom Blob Germany Showteam noch schlummern. Der Dritte im Bunde, Chris sitzt zu der Zeit noch im Flieger aus Zürich.

Heute soll er fallen – der Rekord. Zwei Weltrekordversuche hat unser Team schon hinter sich. Beim ersten Versuch 2011 wurde die von Guinnes World Records vorgeschriebene Marke von 15 Metern Höhe um Haaresbreite nicht erreicht. Das motivierte die schweizer Blobber um Reto Zimmerli. Er wurde kurz darauf von seinen drei Teamkollegen 17 Meter hoch in die Luft geblobbt und legte einen bombastischen Sprung hin. Guinness Weltrekord! Die Bilder machen im Internet die Runde. Knapp zwei Millionen Menschen schauen sich den Sprung auf Youtube an.

„Jetzt erst recht!“ dachten wir uns und fuhren in die Area 47 in Tirol. Patrik und Chris schnallten sich Bleigurte um und sprangen aus 18 Metern auf den Blob in dem Elvis lag und daraufhin fast 20 Meter in die Höhe flog. Der Rekord wurde von Guinness jedoch nicht anerkannt, da die Messungen zu ungenau waren und kein „Guinness Official“, so heißen die offiziellen Schiedsrichter von Guinness World Records, vor Ort war. Ärgerlich, aber kein Problem für unser Team.

Jetzt, 2012, soll es soweit sein. Wir wollen den Rekord nach Deutschland holen. In Norderstedt fanden wir mit dem arriba 2.0 Strandbad die perfekte Location. Begleitet werden wir von einem RTL II Kamerateam, dass den Rekordversuch für die Show „Guinness World Records – Wir holen den Rekord nach Deutschland“ dokumentiert.

Um 8 Uhr biegt ein Monstrum von Kran in den Stadtpark Norderstedt ein. Der Arbeitsbühnenvermieter „Mateco“ fand unser Vorhaben verrückt und stellte uns diesen Kranwagen freundlicherweise zur Verfügung.

Noch sieht es so aus als ob das Wetter uns einen dicken Strich durch die Rechnung macht, aber grundoptimistisch wie wir sind bauen wir trotzdem mal auf. Um 10 Uhr dann bricht, wie durch ein Wunder, die Sonne durch die Wolken, die sich daraufhin ganz schnell verziehen. Blauer Himmel und warme Temperaturen unterstützen uns von oben.

Das Kamerateam steht bereit, Chris und ein ganze Haufen Freunde sind angekommen. Die Stimmung ist gut. „Wir gehen es langsam an,“ sagen Chris und Patrik, „an den Kran müssen wir uns erst gewöhnen. Abspringen geht nicht – dafür gibt der Korb zu sehr nach. Wir müssen versuchen uns einfach nur fallen zu lassen.“ Das ist nicht leicht wenn man Arm in Arm aus schwindelerregenden Höhen springt und dabei den Blob perfekt treffen muss.

Die ersten Testsprünge aus 8-10 Metern sind wackelig, aber nach einiger Zeit werden unsere Jumper routinierter und schaffen es tatsächlich, sich gleichzeitig von der selbstgebastelten Absprungplattform fallen zu lassen.

Um 16 Uhr ist es soweit. Chris und Patrik sind als letztes von 15 Metern auf den Blob gesprungen. „Fühlt sich gut an. Tun wir’s!“ meint Chris und gibt damit dem Guinness Official, Anna Orford, die aus London eingeflogen wurde, das Zeichen, dass es jetzt zählt. Drei Versuche hat unser Team, dann müssen die 17 Meter geknackt sein. Elvis trägt einen Luftdruck-Höhenmesser am Arm, der die genaue Höhe aufzeichnen soll. Gleichzeitig ist parallel zum Blob eine Kameramessung aufgebaut.

Mittlerweile haben sich einige Zuschauer am Ufer versammelt. Mit offenen Mündern sehen sie zu wie die beiden Jumper mit dem Kran gleich auf 20 Meter Höhe fahren. „Keine Kompromisse, wir springen gleich aus 20 Metern, dann haben wir den Rekord.“ Elvis liegt im Blob und gibt das Zeichen, dass er bereit ist, während der Kran auf 20 Metern Höhe per Funkverbindung zwischen Kranfahrer und Jumpern millimetergenau über dem Blob ausgerichtet wird.

Dann der Countdown von Patrik, alle halten die Luft an. 3…..-2…-1… BLOB! Die beiden Fallen eine gefühlte Ewigkeit, treffen den Blob perfekt und Elvis schießt in die Höhe! Gute 2 Meter über die Absprungplattform. Auerbach…Auerbach…Auerbach… und eine perfekte Landung. Ein Aufschrei geht durchs Publikum. Das MUSS der Rekord gewesen sein. Doch dann der erste Schock. Der Höhenmesser hat versagt und nichts aufgezeichnet.

Das Team beschließt es nicht darauf ankommen zu lassen und zur Sicherheit noch ein zweites Mal zu springen. Diesmal fliegt Elvis nicht so hoch. 18 Meter misst das Gerät. Neuer Weltrekord! Feiern kann das Team also schonmal, aber die genaue Höhe soll die Auswertung der Kameramessung vom ersten Sprung im Vergleich zum zweiten zeigen. Anna Orford nimmt die Aufzeichnungen mit nach England und schickt uns kurz darauf folgende E-Mail:

„Given the video you guys provided I’m very happy to re-approve the record at 22m.

The record / certificate text will be:

‘The greatest height reached by being launched from an airbag is 22 m (72 ft 2.14 in) and was achieved by Christian ‚Elvis‘ Guth, Christian von Cranach and Patrick Baumann (all Germany) on the set of Guinness World Records – Wir holen den Rekord nach Deutschland in Hamburg, Germany, in 2012.“

22 Meter!